Alarm für Cobra 11 - Bürgermeister wird Wachtmeister

Dreharbeiten: Franziskushöhe als Rehaklinik in Action-Serie- »Alarm für Cobra 11« - 20 Lohrer Komparsen
Dreharbeiten in Lohr
Wenn die Autobahnpolizei in blau-silberfarbenen Autos von Nordrhein-Westfalen nach Bayern fährt, müssen die grün-silbrig motorisierten Kollegen schon mal nachschauen, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Die Grenzkontrolle - trotz Schengenabkommen - ergab: Die Kollegen gehören zur »Cobra 11«, der Autobahnpolizei der Filmproduktionsfirma Action Concept in Hürth, wie Unternehmenspressesprecherin Elke Schubert berichtet. Der Konvoi aus dem Revier war auf dem Weg zur Franziskushöhe in Lohr.
Dort ist Alarm. Schurken haben sich in eine Rehaklinik einquartiert. Das Hotel Franziskushöhe spielt die Rolle des Sanatoriums »Waldesruh«. Aber das liegt laut Drehbuch eigentlich in der Eifel. Egal, vor lauter Bäumen sieht man den Wald sowieso nicht mehr.
Dass der Landstrich für zwielichtige Gestalten geeignet ist, wusste schon Wilhelm Hauff und ließ hier sein »Wirtshaus im Spessart« spielen. Lee Goldberg wählte für seine Krimireihe »Monk« den Wald hinter der Franziskushöhe als Ort schauriger Geschichten. Aus Spessarträubern sind moderne Gangster mit GPS geworden. Das Hotel Franziskushöhe macht einen Schritt zurück: Die einstige Lungenheilstätte wird wieder zur Rehaklinik.
Die Ermittler der Autobahnpolizei müssen auf Weisung ihrer Chefin in der Abgeschiedenheit dieses Sanatoriums ihre Rückenleiden - Folgen eines Einsatzes - auskurieren. »Her mit den Handys«, schreit die Krankenschwester die Kommissare Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Ben Jäger (Tom Beck) an. Hier geht es ums Kurieren, nicht ums Kommunizieren.
Ein Großteil der Krankenschwestern sind Komparsinnen aus Lohr. Und wo Polizei draufsteht, steckt noch lange kein Beamter drin. Bürgermeister Ernst Prüße ist so einer. Auch die Dienstwaffe ist gefälscht: eine von vielen Einsätzen ramponierte Plastik-Pistole. Neben den Spessart-Statisten in blauer Uniform tauchen plötzlich Männer in khakifarbener Dienstkleidung auf. Sie kommen aus der real existierenden Lohrer Polizei-Inspektion, weil ein Lkw-Fahrer des Filmteams beim Transit nach Lohr das Nummernschild auf der Autobahn verloren hatte, heißt es auf der Dienststelle der Originale.
Getürkt ist der Operationssaal in der ehemaligen Kapelle ebenso wie das Chefarztbüro im Franziskussaal. Aus zwei Behandlungsliegen und ein paar Gymnastikbällen ist schnell ein Fitnessraum gestellt. Die medizinische Fachliteratur im Bücherregal ist zum Nachschlagen und keine Attrappe.
Den Patienten werden Brokkoli und Körnerklöße serviert, dazu Kräutertee. Den kreuzlahmen Cobra-11-Kommissaren Semir und Ben hat es nicht geschmeckt. Obwohl Gemüse und Getreide nicht von Pappe sind, lassen sie die Mahlzeit stehen. Zu gesund. Mit dem Genesen sieht es ohnehin schlecht aus, seit die beiden Gendarmen Mitpatienten als Ganoven entlarvt haben.
Eine wichtige Rolle in dieser Action-Episode spielt ein Baby. Echt oder Puppe? Beides. In Szenen, wo man es nicht erkennt, oder Gefahr droht, ist es aus Stoff und Füllmaterial. Aber es gibt die kleine Lena auch aus Fleisch und Blut.
An der perfekten Täuschung der späteren Zuschauer arbeiteten gestern vom frühen Morgen bis zur Dämmerung 70 Mitarbeiter der Firma Action Concept. Die drei Drehtage in Lohr werden in der fertigen Fernsehsendung nur ein paar Minuten sein. Im Durchschnitt ergibt ein Drehtag viereinhalb Minuten Endprodukt, erklärt Produktionsleiter Marcel Greive.
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